Der Verein Wohlfahrt
Geschichte/n

1896
Zuerst für arme Dienstmägde
Entstanden ist der Verein auf Grund der damaligen Situation der arbeitslosen Dienstmädchen, die nach einer Entlassung aus ihrer Stelle auch ihr Zimmer, das ja im Haus der Herrschaft war, verloren. Sie standen somit unmittelbar auf der Straße. Der Kaufmann Peter Schiedges stiftete zu diesem Zweck der katholischen Hauptpfarre ein Haus in der Kaiserstr. 33, das in der Folgezeit in Betrieb genommen wurde und von den „armen Dienstmägden Jesu Christi“ aus Dernbach geleitet wurde. Schon Ende des Jahres 1896 wohnten 43 Dienstmädchen im Haus.

1909-2004
Von der Kaiserstraße zur Vorster Straße
Die Bewirtschaftung des Hauses wurde für die Hauptpfarre zu arbeitsintensiv, so dass man im Jahr 1901 dem Verein „Wohlfahrt“ dieses Haus übertrug. Doch es wurde schnell zu klein, die Nachfrage war enorm und es wurde im Jahr 1909 begonnen, ein neues Haus zu bauen, das heutige Altersheim „Katharinenstift“. Auch dieses Haus wurde schließlich um die Jahrtausendewende zu klein für die Nachfrage, so daß schließlich im Jahr 2004 eine neue Bleibe in der Vorster Straße 255 in Hardt gefunden wurde.
Aber auch am alten Standort entsteht wieder ein Alten- und Pflegeheim.

1981
Der große Beitrag Anna Schillers
Der Verein kümmerte sich in den wechselnden Zeitläufen der folgenden Jahrzehnte weiter um gesellschaftliche Randgruppen und Arme. Eine neue Richtung bekam die Arbeit ab 1981: aus dem Erbe der Anna Schiller wurde das Haus in der Kaiserstraße 33 umgebaut und zusammen mit der evangelischen Christuskirchengemeinde die „Ökumenische Nichsesshaftenhilfe“ gegründet und betrieben, ein Wohnheim für wohnungslose Männer. Diese Einrichtung war als niedrigschwellige Wohn- und Versorgungseinrichtung für Mönchengladbacher Bürger gedacht. Auch hier stieg der Bedarf schnell an, es platzte nach einigen Jahren aus allen Nähten. Anfang der neunziger Jahre konnte der Andrang nicht mehr bewältigt werden und der Besucherverkehr und die Mahlzeitenausgabe wurden in eine neue Tagesstätte ausgelagert. Im Dezember 1993 konnte das „Bruno-Lelieveld-Haus“, eine Tagesstätte für wohnungslose Menschen, eröffnet werden.

1997
Die Ökumenische Nichtsesshaftenhilfe wird zum Anna Schiller-Haus
Die Arbeit in der „Ökumenische Nichsesshaftenhilfe“ als stationärer Einrichtung ging weiter. Aber es war immer noch zu eng, die Männer lebten in 2- bis 6-Bett-Zimmern, was zu ständigen Konflikten führte. Im Jahr 1996 wurde ein Umzug geplant und das Haus zu Ehren der damaligen Spenderin in „Anna-Schiller-Haus“ umbenannt. Dieser Umzug überführte die Einrichtung im Jahr 1997 in die leerstehenden Teile des Mönchengladbacher Franziskanerklosters, wo sie heute noch arbeitet.

1997

berufliche Bildungsmaßnahme

In der Viktoriastraße 76 wurde eine berufliche Bildungsmaßnahme gegründet, die sich bis zum heutigen Tag an langzeitarbeitslose Männer und (vor allem) Frauen wendet und diese für die Arbeit im haushaltsnahen und pflegerischen Dienstleistungen weiterbildet. Arbeit finden die Absolventinnen dieser Kurse insbesondere in Alten- und Pflegeheimen.

2004

ambulant betreutes Wohnen I

Die Arbeit in den anderen Bereichen wurde weiterentwickelt und so arbeiten seit dem Jahr 2004 inzwischen acht Mitarbeiterinnen am Kirchplatz 11 im ambulanten Bereich und betreuen seelisch behinderte Menschen in ihren Wohnungen.

 

2012

ambulant betreutes Wohnen II

Ebenfalls ambulant weiterentwickelt wurde die Arbeit mit den Wohnungslosen, die auch Hilfe benötigen, wenn sie (endlich) eine eigene Wohnung gefunden haben. Zwei Mitarbeiterinnen betreuen von der Bettrather Straße 77a aus diese Menschen in ihren Wohnungen.

ASH
Anna Schiller ist die Stifterin der nach ihr benannten Einrichtung. Sie lebte zeitlebens in Armut und spendete dennoch oft und gerne für die Armen.
Bild Bruno Lelieveld Haus
Bruno Lelieveld hat sich bis zu seinem frühen Tod für die Schwächsten in der Gesellschaft eingesetzt.